Ferner Osten – etwas Geschichte

Eigentlich wollte ich einen Artikel über Kernkraftwerke in China schreiben. Bis ich an den Punkt kam, an dem ich erklären wollte, wieso man dort weder Koreanische noch Japanische Bauarten findet, aber dafür so gut wie alle anderen vom Rest der Welt. Das geht natürlich auf historische Animositäten zurück die hierzulande weitgehend unbekannt sind.

Das folgende hat nichts mit Kernkraftwerken zu tun.

Wir gehen zurück ins 12. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die Kreuzzüge halten den Nahen Osten in Atem, sie sollen die Muslime zurück drängen und sorgen nebenbei für den Fall des byzantinischen Reichs – dem letzten Außenposten der Christen in der Region.

In China herrscht im Süden die Song Dynastie und im Norden die Nachfolger der zerbrochenen Liao – die Jin und die Xia. Aus der westlichen Perspektive ist es eine Zeit großartiger Fortschritte. Kompass, Schießpulver und Papiergeld werden in China erfunden (manche behaupten das sei die Reihenfolge der Gefährlichkeit).

China während der Song Dynastie

Aus Sicht der Chinesen ist die Zeit der Song hingegen ein klarer Rückschritt. Der Höhepunkt der chinesischen Kultur war die Tang Dynastie, während der Zeit des dunklen Mittelalters in Europa (7. bis 9. Jahrhundert). Die Tang herrschten über ganz China und verbreiteten die chinesische Kultur, die Schrift und den Konfuzianismus über die Grenzen des Landes hinweg. Auch nach Korea und Japan.

Die Tang Dynastie zerbrach nach den in China üblichen drei Jahrhunderten und führte zu den in solchen Situationen in China üblichen Bürgerkriegen. Anders als sonst kam es aber nicht zu einer vollständigen Wiedervereinigung Chinas in einem Staat, sondern in zwei Staaten – Song und Liao. Song herrschte über den größten Teil des Chinas der Tang Dynastie. Liao herrschte im Norden des Landes über die Mandschurei bis nach Beijing und einige Steppenvölker. Darunter die Jurchen. Die Jurchen werden uns begleiten, weil sie später als die Mandschu bekannt werden und ein halbes Jahrtausend später ganz China erobern.

Im 12. Jahrhundert müssen sich die Jurchen aber noch damit zufrieden geben ganz Liao und das nördliche Drittel von China zu erobern. Sie nannten ihren Staat Jin. Ein weiterer Teil bildete einen dritten Staat names Xia. Die Song Dynastie (die ab da nur noch als “südliche Song” bekannt ist) hatte zwar eine starke Wirtschaft basierend auf einem proto-kapitalistischen System, aber auch einen schwachen Staat.

Und dann kamen die Mongolen.

Die machten mit den Xia und Jin kurzen Prozess, boten geschlagenen Armeen dort aber an, auf Seite der Mongolen zu kämpfen. Das Angebot schlugen sie nicht aus, da die Alternative äußerst unerfreulich gewesen wäre. Damit kämpften nun Chinesen auf Seite der Mongolen gegen andere Chinesen, die im Kampf gegen chinesische Armeen und Festungen viel mehr Erfahrung und bessere Technologien hatten als die Mongolen. Darunter auch das Schießpulver, Kanonen und Handgranaten. Bei der anschließenden Eroberung des asiatischen Kontinents verbreiteten die sich bis weit über die Grenzen Chinas hinaus. Auch nach Europa.

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Das mongolische Reich und seine Nachfolgestaaten.

Die Mongolen eroberten nicht ganz Asien. Indien und Japan blieben verschont. Das lag nicht daran, dass es die Mongolen nicht versucht haben. (Indien ist eine Geschichte für sich.) Zwei Mal versuchten die Mongolen eine Armee mit Schiffen nach Japan überzusetzen. In beiden Versuchen versank ein großer Teil der Flotte in einem Sturm (was am Pech genauso sehr lag wie an überhastet gebauten, ungeeigneten Schiffen). Die Japaner waren zu dieser Zeit zerstritten und hätten den Armeen der Mongolen wohl nichts entgegen zu setzen gehabt. Sie dankten den Geistern für diesen göttlichen Wind “Kamikaze” (jap. “Kami” = Götter/Geister, “Kaze” = Wind) und besannen sich in anbetracht der Gefahr durch die Mongolen auf ihre Gemeinsamkeiten, was als Geburtsstunde des japanischen Nationalgefühls gilt.

Um sich vor weiteren Invasionen der Mongolen zu schützen stellten die diversen Fürstentümer Japans große stehende Armeen auf und das Land erlebte ein Phase der Stabilität – bis die Mongolen die Unverschämtheit besaßen zu verschwinden und die Armeen immernoch da waren. Die darauf folgende Zeit wurde in Japan bekannt als “Zeit der streitenden Reiche” (nicht zu verwechseln mit der Zeit der Streitenden Reiche in China – die ungefähr vom Anfang der klassischen griechischen Antike bis zum Ende der Punischen Kriege Roms ging und mit der Vereinigung Chinas in der Qin Dynasty unter Qin Shihuangdi endet.)

Die Mongolen kamen nicht direkt aus China nach Japan, sondern aus einem Land das sich zu der Zeit Goryeo nannte, nach den Mongolen als Joseon bekannt war und heute Korea heißt. Außer in Nordkorea, wo man sich auch heute noch als legitimer Nachfolger von Joseon sieht.

Die europäischen Staaten machten zur gleichen Zeit ganz erstaunliche Fortschritte und erkundeten die Welt. Spanier und Portugiesen teilten die Welt unter sich auf. Den Portugiesen wurde alles vom östlichsten Zipfel Südamerikas bis nach Südostasien zugesprochen, den Spaniern der Rest Amerikas, der ganze Pazifik bis hin zu den Philippinen. Japan hätte auch zu Spanien gehören müssen, aber so genau konnten die Geographen der Zeit noch nicht vermessen.

Es ist total praktisch nicht von den Mongolen erobert zu werden. (Sie kamen nur bis Polen, etwa 150km von der Oder entfernt, dann starb der Khan und alle mussten zurück in die Mongolei um einen neuen Khan zu wählen.)

Wie schon erwähnt ist die Kanone eine chinesische Erfindung. Sie war im 16. Jahrhundert in Asien so weit verbreitet, dass die sich die Portugisischen Entdecker und Eroberer in Indonesien Schiffen gegenüber sahen, die zum Teil mehr Kanonen hatten als sie selbst! Kanonen sind aber groß und unhandlich. Tragbare Kanonen wurden auch gebaut, aber nur mit dem Ergebnis, dass sie kleiner und unhandlich waren. Hinzu kommt das Problem, dass man zum Abfeuern so einer Kanone die Kanone festhalten muss und mit der anderen Hand eine glühende Lunte an die Zündladung führen muss, die dann das Schießpulver in der Kanone entzündet. Gezieltes Schießen in der Hitze des Gefechts ist so praktisch unmöglich.

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Handkanone aus der Yuan-Dynastie. (Das Zündloch ist hinten, im Bild nicht zu sehen.)

In Europa kam man auf die Idee, die Lunte an einer Halterung zu befestigen, die man dann mit einem Hebel sicher zu der Zündladung führen konnte, das Luntenschloss. In Asien hatte man die Idee nicht und wenn doch, so hat sie sich nie verbreitet. Die ersten Portugiesen kamen 1542 auf der japanischen Insel Tanegashima an und bis heute heißen japanische Luntenschlossgewehre Tanegashima.

Die Japaner waren von den Gewehren beeindruckt, wer nicht beeindruckt war, wurde von Armeen mit Gewehren erobert. Die Zeit der streitenden Reiche war vorbei. Vierzig Jahre später war Japan größtenteils wieder vereint und man schickte Botschafter nach Korea. Korea zahlte zu dieser Zeit Tribut an China. Aber Chinas Ming Dynastie war schwach. Die in China üblichen 300 Jahre neigten sich dem Ende entgegen. Es war 230 Jahre her, dass man die Mongolen aus dem Land gejagt hatte. Die sich nun langsam einschleichende Korruption schwächte das Reich.

Der neue Herrscher Japans, Hideyoshi, legte den Herrschern der Joseon Dynastie von Korea einen Plan vor China zu erobern, es den Mongolen gleich zu tun, sich selbst als Kaiser Chinas auf den Thron zu setzen und eine eigene Dynastie zu gründen. Sie lehnten ab. Die Japaner schickten Gewehre nach Korea um zu zeigen, dass die Chancen keineswegs schlecht waren. Die Generäle von Korea waren beeindruckt, hatten aber keinen Einfluss auf die Regierung. Die lehnte ab …

1592 fielen die Japaner in Korea ein und eroberten fast das ganze Land. Dort ersuchte man Hilfe von China (wozu zahlen wir eigentlich Tribut?!) und sie kam … widerwillig. Sechs Jahre später waren die Japaner geschlagen, die Regierung Hideyoshis geschwächt. Noch fünf Jahre später kam Japans neuer Herrscher Tokugawa an die Macht und isolierte Japan weitgehend von der Außenwelt. In Korea fragte man sich was schlimmer war, der Angriff der Japaner oder die Hilfe der Chinesen. Beide hinterließen Verwüstung, denn die Chinesische Armee nahm sich in alter Tradition was sie brauchte (wie auch in Europa). Die Joseon Dynastie blieb an der Macht und isolierte Korea weitgehend von der Außenwelt.

Für die Chinesen war der Krieg nicht billig, die ohnehin schon schwache Regierung begann ihren entgültigen Niedergang. Während der Zeit des 30jährigen Krieges in Europa kam es in China zu Naturkatastrophen und Bauernaufständen. Die Regierung konnte sich der Bauern letztlich nicht mehr erwehren und schloss in ihrer Verzweiflung ein Verteidigungsbündnis mit den Jurchen. Die Jurchen kamen zu spät, die Bauern eroberten Beijing, deren Anführer wurde neuer Kaiser mit einer neuen Dynastie … die keine 3 Wochen Bestand hatte. Besiegt wurden sie von den Jurchen, die sich nun Mandschu nannten. Sie eroberten Beijing und später ganz China mit größter Brutalität. Je nach Quelle soll es bis zu 30 Millionen Tote gegeben haben. So begann die letzte Dynastie Chinas, die Qing.

Die in China üblichen drei Jahrhunderte hätte die Qing Dynastie wohl allein nicht überstanden. Um 1800 gab es organisierten Widerstand der militärisch niedergeschlagen werden musste. Die Europäer begannen sich für China zu interessieren, für die Kultur und das Potential als Kolonie. Die ungleichen Verträge (in Folge der Opiumkriege) öffneten China für die Europäer.

In China braute sich etwas zusammen – die Taiping Rebellion. Sie beschränkte sich zwar “nur” auf den Süden Chinas, kostete dort aber 20 Millionen Menschenleben – etwa so viel wie der erste Weltkrieg. Ihr Anführer war überzeugt der ältere Bruder von Jesus Christus zu sein und sah seine Mission darin, die Qing Dynastie zu stürzen. Seine Anhänger gründeten 1850 das Taiping Tianguo – das Himmelsreich des höchsten Friedens. Noch bevor die Taiping Rebellion 1864 niedergeschlagen wurde, kam es im Nordwesten zur Dungan Revolte, die von 1860 bis 1877 weitere 10 Millionen Menschenleben kosten sollte. Die Niederschlagung gelang in beiden Fällen nur mit Hilfe der Europäer.

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Hong Xiuquan aka der ältere Bruder von Jesus Christus

Auch Japan musste 1853 ungleiche Verträge unterschreiben – mit den USA. Auch Japan musste sich dem Rest der Welt öffnen und auch in Japan kam es zum Bürgerkrieg. Das Tokugawa Shogunat fand sein Ende in Hollywood mit dem “letzten Samurai”. In der Realität spielte Tom Cruise nicht mit. Anders als China gelang es den Japanern aber eine eigene Regierung aufrecht zu erhalten, nominell geführt vom Meiji Kaiser.

Die Japaner mögen von den ungleichen Verträgen nicht begeistert gewesen sein, aber schlecht fanden sie daran nur, dass sie auf der falschen Seite des Vertrages waren. 1875 schickten sie Botschafter nach Korea und legten ihnen eine Reihe äußerst ungleicher Verträge vor (die üblichen Handelsprivilegien etc). Korea wurde immer mehr zur Japanischen Kolonie, nach europäischem Vorbild. 1895 kam es zum japanisch-chinesischen Krieg. Wo? Natürlich in Korea. Die Japaner haben gewonnen, die Russen waren düpiert (sie hegten ihrerseits Ansprüche in China, denen die Japaner zuvor kamen). Die Amerikaner handelten den Friedensvertrag aus, nach dem sich die Japaner wieder zurück zogen. Nach Korea, versteht sich.

Um 1900 kam es zum Boxeraufstand, gegen die Christen, die Europäer und für China. Cixi, die Witwe des alten chinesischen Kaisers (der neue war noch ein Kind), schloss sich dem an und erklärte grob gesagt dem Rest der Welt den Krieg. Der lief nicht sonderlich gut. Beijing wurde im Handstreich eingenommen und die aufmüpfige Witwe besiegt. China musste akzeptieren, dass die Europäer Besatzungstruppen in Beijing stationierten und an sie die nächsten 40 Jahre Reparationen zahlen musste. 11 Jahre später beendete ein Aufstand unter Sun Yatsen die Qing Dynastie und es gründete sich die Republik China, die nach den für China üblichen drei Jahrhunderten prompt in dem für solche Situationen in China üblichem Bürgenkrieg versank.

Zuvor kam es aber 1905 noch zu einem Krieg zwischen Japan und Russland über Einfluss in China. Gekämpft wurde zunächst aber natürlich in Korea (wo sonst). Die Japaner gewannen abermals. Korea wurde zum japanischen Protektorat. Die Russen wurden besiegt, einige Historiker sehen darin den Anfang vom Ende der Romanov Dynastie in Russland, die mit dem letzten Zar 1917 zuende ging.  1910 schließlich wurde Korea entgültig von Japan anektiert, es war Teil Japans bis sowjetische Truppen am 6. August 1945 gemäß den Vereinbarungen der Konferenz von Yalta 3 Monate nach der Kapitulation Deutschlands dort einrückten. Am gleichen Tag fiel die zweite Atombombe der Welt auf Hiroshima.

Zuvor aber bauten die Japaner ihren Einfluss im Norden Chinas weiter aus und eroberten schließlich 1931 die Mandschurei. Sie gründeten den Staat Manchuguo, mit dem letzten Kaiser von China als japanische Marionette an der Spitze (der, dessen Mutter die aufmüpfige Witwe war).

1937 begann der zweite Weltkrieg. Das ist kein Verschreiber. Japan erklärt dem Imperialismus der Europäer den Krieg, gründet die Großostasiatische Wohlstandssphäre und will den den Kolonialismus im Westpazifik und Ostasien beenden. Und die Japaner hätten nicht erfolgreicher sein können! Zumindest nachdem sie besiegt wurden, denn davor waren da ja nun die Japaner als (äußerst brutale) Kolonialherren.

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Wenigstens die Hälfte der Todesopfer des zweiten Weltkrieges gab es im Bereich der großostasiatischen Wohlstandssphäre. Die südostasiatischen Teile wurden von den Amerikanern “befreit” und 1945 wieder an ihre europäischen Kolonialherren übereignet. Den in den kommenden Jahren erstarkenden Unabhängigkeitsbewegungen hatten die Europäer aber nichts mehr entgegen zu setzen.

Der 1938 kurzzeitig beigelegte chinesische Bürgerkrieg zwischen Nationalisten und Kommunisten wurde nach 1945 weiter geführt. Die Kommunisten schafften es dabei die Japaner so schnell zu vertreiben, dass praktisch keine amerikanische Truppen in China zum Einsatz kamen. Anders als in Deutschland, Korea und Vietnam kam es nicht zu einer Teilung des Landes zwischen Sowjetischen und Amerikanischen Einflussgebieten, mit einer kleinen Ausnahme. Mao Tse Tung vertrieb die Nationalisten der Guomintang (die nationalistische Partei), die sich 1949 ganz auf Taiwan zurück zogen und dort noch bis vor kurzem den Machtanspruch auf ganz China hegten. Mao Tse Tung war ein Held. Die Chinesen sagen, er war 70% gut und 30% schlecht. Die 30% fangen da gerade an.

In Korea, wie in Deutschland, wurden im sowjetischen Einflussgebiet die Anhänger des alten Regimes ausgesondert und eine neue kommunistische Regierung gebildet, während in der amerikanischen Einflusssphäre die alten Verwaltungsstrukturen erhalten blieben. Koreanische Kollaborateure, die mit den japanischen Kolonialherren kooperierten, flohen vor den Kommunisten in den Süden. Japan fiel nach der Kapitulation in die amerikanische Einflussphäre, auch dort blieb die Regierung und Verwaltung weitgehend erhalten. Man pflegt dort bis heute den Glauben an die guten Intentionen der großostasiatischen Wohlstandssphäre und verdrängt die extreme Brutalität der japanischen Soldaten, insbesondere in China. Darauf folgte die Katastrophe des Korea Krieges, der wortwörtlich die Fronten in Korea verhärtete.

Ob es nun genau daran liegt, dass es in China keine japanischen oder koreanischen Kernreaktoren gibt, sei einmal dahin gestellt. Aber die Geschichte war jedes einzelne der 2329 Worte wert, die es brauchte sie zu erzählen.

Danke für das Lesen. Bitte hinterlasst einen Kommentar, wie euch der Beitrag gefallen hat. Egal ob positiv oder negativ, konstruktive Kritik lese ich immer gern. Ihr könnt mir auch auf Twitter unter @tp_1024 folgen.

8 thoughts on “Ferner Osten – etwas Geschichte

  1. Die Kamikaze (神風) bei den Mongolen waren “göttliche Winde” (na ja, zwei Taifune, die zum passenden Zeitpunkt da waren). und man dankte wohl Raijin (雷神), Gott des Donners, der Blitze und des Sturms. Alternativen für einen Gott bei denen sie sich bedankt haben könnten wären wohl Fūjin (Gott des Windes) und Ryūjin (Gott der Drachen).

    • Den Rest habe ich korregiert, da hätte ich beim Schreiben nochmal nachschauen sollen.

      Bei den Kamikaze bin ich aber davon ausgegangen, dass sich das auf die shintoistischen Kami bezieht, die es für alles mögliche gibt. Sicherlich auch für den Wind (kaze). Liege ich mit der Annahme falsch?

      Im Prinzip ging es bei dem Satz nur darum, die Übersetzung von Kamikaze halbwegs unterhaltsam zu verpacken.🙂

      Aber besten Dank für die Rückmeldung! Es kann dadurch nur besser werden.

      • Deswegen heißt “kamikaze” ja auch “göttlicher Wind”. Es kommt auch von shintoistischen kami. Aber eben eher von Raijin (雷神) und nicht von Fūjin (風神 – vergleiche mit 神風 (kamikaze)).

        Wir könnten auch den Possessivpartikel の (no) einführen und kommen damit zu einem der problematischsten Sachen für uns, wenn wir Japanisch lernen: Besitzverhältnisse (wir benutzen den Genetiv) werden umgekehrt dargestellt. Der Gott des Windes ist kaze no kami (風の神) und die Winde der Götter sind kami no kaze (神の風)

      • Ja, ich verstehe den Zusammenhang. Habe es jetzt geändert … gegen die vierjährigen Sturkopf in mir, der die ursprüngliche Formulierung viel besser fand.😉

  2. Danke für die Aufklärung! Gerade der sehr frühe Teil war mir unbekannt. Daß die Japaner seit ~1900 brandschatzend durch Asien gelaufen sind, wußte ich schon – daß es schon so viel länger geht, nicht.

    Der Teil um 1930-45 ist etwas chronologisch durcheinander geschrieben, es liest sich etwas komisch, mehrfach hin und her zu springen.

    • Ok, werde ich mir merken. Etwas vorweg nehmen, Rückblende machen und dann weiter gehen, irritiert wohl doch mehr als ich annahm.🙂

      Allerdings “brandschatzend durch Asien gelaufen” geht etwas zu weit. Sie haben im späten 16. Jahrhundert einen Krieg gegen Korea geführt und japanische Piraten waren auch lange Zeit bekannt und gefürchtet gefürchtet – aber alles in allem war es eine lokale Sache.

      Erst als im späten 19. Jahrhundert die Idee des europäischen Imperialismus in Japan um sich griff, wurde es übel. Genauso wie auch im Rest der Welt – nur nicht durch die Japaner, sondern die Europäer.

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