Extremwetter und Zufall

Letztes Jahr gab es an der Elbe ein Hochwasser, das zweite schwere Hochwasser im Abstand von 11 Jahren. Darin wurde von vielen ein Beweis für die Häufung von Hochwassern oder “Extremwetterereignissen” gesehen. Ich wusste es nicht. Ich konnte es nicht beurteilen. Hinzu kam, dass ich in Statistik nie gut genug war um wirklich Vertrauen in meine Fähigkeiten zu haben. Im Nachhinein stellte sich zwar heraus, dass mein Misstrauen hier fehl am Platze war, aber ich fand einen anderen Weg, der mich mit Sicherheit zum Ziel bringen würde:

import random
Jahr=0
LetztesHochwasser=0

for Jahr in range(2000):
..Messung=random.uniform(0,1)
..if (Messung<0.01):
….print Jahr,
….print ” ” , Jahr-LetztesHochwasser
….LetztesHochwasser = Jahr

Ein kurzes Python Skript kann nachstellen, wie sich Jahrhunderthochwasser verteilen und zeigen in welchen Abständen sie auftreten. Jedes Missverständnis bei der Berechnung der Wahrscheinlichkeit, lässt sich dabei leicht aufdecken. (Die Punkte am Anfang der Zeile müssen Leerzeichen sein, sonst funktioniert das Skript nicht.)

Eines war aber klar: Ein Jahrhunderthochwasser tritt nicht alle 100 Jahre auf – dann könnten wir auf einen Kalender schauen und wissen, wann es wieder so weit ist – sondern zufällig. Es besteht in jedem Jahr eine Chance von 1%, dass ein neues Jahrhunderthochwasser auftritt, egal ob es in den Jahren davor bereits ein solches Hochwasser gab oder nicht. Man kann beliebig viele Jahre simulieren. Ich werde 3 Beispiele demonstrieren, in denen jeweils die Hochwasser aus 2000 Jahren und ihre Abstände gezeigt werden.

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Warum Klimakonferenzen scheitern müssen

Die ersten Entwürfe für die Abschlusserklärung der Klimakoneferenz von Lima wurden veröffentlicht. Kommentare gibt es reichlich, aber keines zeigt das Problem so gut, wie ein Artikel der Zeit unter der Überschrift “Keiner will auf Wohlstand verzichten”.

In der Tat, keiner will auf Wohlstand verzichten. Das ist völlig normal, denn das was ohne Wohlstand übrig bleibt, nennt man Armut. Armut war in der Geschichte der Normalzustand der meisten Menschen. Eine Gesellschaft in der Unterkunft, Bildung, gute medizinische Versorgung und ausreichend Nahrung zumindest für die Mehrzahl der Menschen gesichert sind, ist neu. Sie ist eine große Errungenschaft.

Aber die Überschrift der Zeit meint etwas ganz anderes. Es geht nicht um die Feststellung, dass niemand auf Wohlstand verzichten will, sondern um die Forderung, dass die Gesellschaft auf Wohlstand verzichten soll! Damit einher geht die ideologische Forderung, es dürfe kein weiteres Wirtschaftswachstum mehr geben.

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Das TP1024 – Raumfahrt Spezial

Was lange währt, wird endlich Mittelmäßig!

Die Nullnummer von TP1024 ist da und befasst sich mit Neuigkeiten zur Raumfahrt. Es ist ein völlig harmlose pdf Datei, mit Scribus erstellt und mangels Erfahrung weitgehend mittelmäßig. Zum Inhalt:

Philae ist auf 67P gestolpert und friert nun. Indien fliegt einen umgebauten Satelliten zum Mars. Antares fliegt in die Luft. Neue Triebwerke werden entwickelt und Ariane 6  mutiert vor sich hin. Außerdem gibt es Ionentriebwerke!

Viel Spaß beim Lesen.

P.S.: Kritik und Verbesserungsvorschläge sind absolut erwünscht!

Ist Forschung zu teuer? Ja.

Wenn ein Thema hauptsächlich polemisch diskutiert wird, neigt man sehr leicht dazu, sich der einen Seite anzuschließen und die Argumente der anderen zu vergessen. Aber eines muss man sich immer vor Augen halten: Auch ein polemisch vorgebrachtes Argument kann im Kern ein gutes Argument sein.

Es ist mir selbst schon oft passiert, dass ich nach einer hitzigen Debatte feststellen musste: Mein Argument war korrekt, aber die Form indiskutabel. Im wortwörtlichen Sinn.

Die Diskussion über Forschungsgelder ist so ein Thema. In der Hauptsache läßt sich die öffentliche Diskussion auf zwei Standpunkte eindampfen:

  1. Forschung ist zu teuer, wir können mit dem Geld besseres machen.
  2. Forschung ist viel zu wichtig, wenn überhaupt, dann brauchen wir mehr Geld für die Forschung.

In meinen Augen haben beide Seiten recht. Continue reading

Zwei Gramm Plutonium für Philae

Nun steht es fest, der Landemission von Rosetta, Philae, ist der Strom ausgegangen. Der Landeplatz hat die Sonde vom Sonnenlicht weitgehend abgeschnitten.

“We have 1.5 hours [of sunlight] at less than 1 watt, and 20 minutes of 3 or 4 watts. The lander needs 5 watts to boot….In order to charge the secondary battery, we have to heat it to 0 degrees Celsius. We need about 50-60 watt-hours a day in order to reach 0 degrees and still have daylight left to charge the battery.”

http://elakdawalla.tumblr.com/post/102615327170/philae-update-my-last-day-in-darmstadt-possibly

Die Batterien sind Leer und die Akkus lassen sich nur laden, wenn sie wenigstens 0 Grad Celsius erreichen. Dafür muss man sie mit Strom aufheizen. So weit weg von der Sonne besteht kaum noch eine Chance dafür. Die Solarzellen liefern kaum genug Strom um die Batterien an sich aufzuladen. Aber das Aufheizen macht die Situation weitgehend aussichtslos.

Dabei hätte man die Mission schon am Boden vor diesem Schicksal retten können. Zwei Gramm Plutonium-238 hätte genügt um einen Akku für Jahrzehnte warm zu halten. Neu ist das nicht.

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Rechnen wir mal: Was tun, wenn uns das Wasser ausgeht?

Seit der Klimawandel aus den Zeitungen nicht mehr verschwindet, gibt es Horrorszenarien überall. Nehmen wir an, es hört auf zu regnen. Alles Wasser für die Landwirtschaft muss herbeigeschafft werden. Woher? Aus dem Meer. Zuvor muss es natürlich entsalzt werden, was genau das ist, was der Regen für uns tut.

Was würde es für die 80Mio Deutschen bedeuten, wenn wir alle Felder mit entsalztem Wasser bewässern müssten?

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